Antisemitische Verkleidungen bei Karnevalsumzug im belgischen Aalst


Religiöse Organisationen und Politiker sind empört über die judenfeindlichen und beleidigenden Darstellungen in Aalst. Das passierte nicht zum ersten Mal.

DER TAGESSPIEGEL

Bild: Raphael Glucksmann/@rglucks1

Nazi-Uniformen, Juden als Insekten oder als Karikaturen mit Hakennasen, Schläfenlocken und Goldbarren – der Karnevalsumzug im belgischen Aalst hat erneut mit antisemitischen und beleidigenden Verkleidungen auf sich aufmerksam gemacht.

„Der Karneval in Aalst hat mit diesem närrischen Geist nicht das Geringste zu tun und ist auf das Schärfste zu verurteilen“, erklärte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Vorsitzende der Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus, Nicola Beer (FDP), am Montag in Brüssel. Antisemitismus dürfe auch nicht unter dem „Deckmäntelchen“ des Karnevals geduldet werden.

Im Dezember hatte die Unesco den Straßenkarneval in Aalst von der Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen, weil die Stadt selbst darum gebeten hatte. Zur Begründung hieß es: „In den vergangenen Jahren nahmen wiederholt Festwagen mit rassistischen und antisemitischen Darstellungen am Straßenkarneval teil.“

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