Fake Science – Neue Gefahren für die Integrität der Wissenschaften


Im September 1986 publizierte der ostdeutsche Biologe Jakob Segal zusammen mit seiner Frau und Kollegen eine 47-seitige Broschüre mit dem Titel AIDS: its nature and origin. Darin behauptete er, dass das HIV/AIDS-Virus eine Erschaffung der US-Regierung sei. Seine Publikation war Teil einer grossangelegten Kampagne des sowjetischen Geheimdienstes mit dem Titel Operation Infektion, die das öffentliche Vertrauen in die US-Regierung zu untergraben anstrebte.

Lars Jaeger | SciLogs

Der «Segal-Bericht» informierte über zahlreiche sachlich korrekte Aspekte der Krankheit, wich dann aber von der Realität ab, indem er die Ursprünge von AIDS auf Experimente des US-Militärs an Häftlingen in Fort Detrick, Maryland, zurückführte. Gen-Ingenieure hätten den Erreger-Virus 1979 erschaffen, der dann durch einen Laborunfall in Umlauf geraten sei. Nur zwei Jahre nach der Veröffentlichung hatte der Bericht zu Artikeln und Berichterstattungen in der Presse von mehr als 80 Ländern geführt. Diese trugen massgeblich zu dem langen, teils bis heute anhaltenden Glauben in zahlreichen Verschwörungstheoretiker-Zirkeln bei, dass die US-Regierung AIDS hergestellt habe. Noch im Oktober 2014 behauptete Louis Farrakahn, der prominente wie umstrittene Anführer der Nation of Islam, AIDS sei wie Ebola eine Bio-Waffe der US-Regierung, um die schwarze Bevölkerung auszurotten.

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