Der Gründer von Wikileaks darf nicht an die USA überstellt werden


Er ist umstritten und ungeliebt: Doch Assange hat US-Kriegsverbrechen ans Licht gebracht. Dafür gehört er nicht ins Gefängnis. Ein Kommentar.

Andrea Nüsse | DER TAGESSPIEGEL

foto: flickr.com/wikileakstruck (CC-Lizenz) Wikileaks ist überall – und da lesen die Behörden natürlich gerne mit.

Die britischen Richter sind nicht zu beneiden: Formal müssen sie in dem Verfahren, das am Montag in London begann, über ein Auslieferungsgesuch des US-Bundesstaates Virginia entscheiden. Doch im Kern werden sie eine politische Entscheidung mit großen Auswirkungen auf die Presse- und Medienfreiheit fällen: Ist der Wikileaksgründer Julian Assange ein Verbrecher, weil er auf der Enthüllungsplattform Informationen, die illegal erworben und ihm zugespielt wurden, veröffentlicht hat?

Assange ist umstritten

Der schillernde Australier und seine Vorgehensweise sind umstritten. Auch unter Journalisten. Denn Assange hat auf Wikileaks massenweise Originaldokumente veröffentlich, ohne diese einzuordnen, redaktionell zu bearbeiten oder zu prüfen, ob darin genannte Personen schutzwürdig sind. Anders also als im Falle der Panama-Papers, die ein weltweites Journalistenteam aufgearbeitet hat, bevor sie veröffentlich wurden.

weiterlesen