V-Mann in rechter Terrorzelle: Ein Sanitäter unter Attentätern?


Für die Ermittler war er Hinweisgeber, Auge und Ohr in der „Gruppe S.“ mutmaßlicher Rechtsterroristen. Das Leben des V-Manns in der „Gruppe S.“ war alles andere als gradlinig – und wirft Fragen auf.

Holger Schmidt | tagesschau.de

Verdächtige werden von der Polizei zum Bundesgerichtshof gebracht | Bildquelle: REUTERS

Sein Leben sei nicht gut gelaufen, sagt Paul U. immer wieder zu den Ermittlern. Und er scheut sich nicht, zahlreiche Beispiele zu geben. Wie er als Erwachsener mehrfach ins Gefängnis kam – unter anderem wegen Geiselnahme. Wie er als Kind erst geschlagen und dann verstoßen wurde. Wie er Autos demolierte, Mercedessterne sammelte oder bei Baumaschinen mit Steinen die Scheiben zerstörte. Zurückhaltend ist er nicht. Ganz im Gegenteil, sein Mitteilungsbedürfnis ist bemerkenswert.

Nachdem er in einer rechtsextremen Chatgruppe im Internet Kontakt zu einem Mann mit dem Aliasnamen „Teutonico“ bekommt, der immer radikalere Ansichten vertritt, sei ihm die Sache irgendwann unheimlich geworden, berichtet U. „Teutonico“ habe kampfbereite Patrioten gesucht und scheine wild und zu allem entschlossen zu sein.

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