2019-Novel-Coronavirus: Kulinarisches Aus für Fledermaus und Schlange


China verbietet den Verzehr wilder Tiere – die Maßnahme soll das Risiko eines Übersprungs von neuen Erregern auf den Menschen verringern

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Darf in China seit gestern nicht mehr gegessen werden: Fledermaus. Foto: Dana Tentis. Lizenz: Pixabay

Gestern verhängte der Ständige Ausschuss des chinesischen Volkskongresses ein mit sofortiger Wirkung in Kraft getretenes Verbot des Verzehrs wilder Tiere. Auch der Handel damit ist seit Montag nicht mehr erlaubt. Der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua umfasst dieses Verbot auch solche Exemplare, die nicht gejagt, sondern in landwirtschaftlichen Betrieben herangezogen werden. Für Biologen und andere Forscher, die solche Tiere für ihre Arbeit benötigen, werden die Genehmigungsverfahren strenger.

Der Begründung des Ständigen Ausschusses nach dient das Gesetz dazu, „Leben und Gesundheit der Menschen zu schützen“. Das bezieht sich auf Erreger wie das Sars-Virus, das 2002 vom Larvenroller auf den Menschen übersprang, und das am 7. Januar vom chinesischen Virologen Xu Jianguo entdeckte 2019-Novel-Coronavirus. Coronaviren, die wegen ihrer kranzförmig angeordneten S-Protein-Peplomere so heißen, sind genetisch hochvariabel und dafür bekannt, Artenbarrieren zu durchbrechen. Bei unterschiedlichen Spezies lösen sie dann unterschiedliche Symptome aus.

Fledermaus wahrscheinlicher als Schlange oder Schuppentier

Die Bindungsstelle des Spike-Proteins des 2019-Novel-Coronavirus an den ACE2-Rezeptor deutet darauf hin, dass es von einer Fledermaus auf den Menschen übersprang. Auf dem Markt in Wuhan, auf dem die inzwischen auch „Covid-19“ genannte Epidemie ausbrach, sollen solche Tiere gehandelt worden sein. Außer in China sind sie Bestandteil der Küchen in Indonesien, Thailand, Laos, Vietnam, Japan dem Pazifikraum und Afrika (vgl. Der Erreger, dessen Übertragungsweg die Mediziner nicht verstehen).

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