Missbrauchs-Forscher bemängelt Aktenlage im Bistum Münster: „Wenig bis gar keine Sensibilität für die Betroffenen“


Der Leiter einer Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster, Thomas Großbölting, beklagt die teils schlechte Aktenlage der Diözese. Zudem habe er bei seinen Untersuchungen wenig „Sensibilität für die Betroffenen“ festgestellt.

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Die Personalakten aus den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren seien unprofessionell geführt worden, sagte der Historiker von der Universität Münster am Dienstag dem Online-Portal kirche-und-leben.de. „Man hat gar nicht den Eindruck, dass das Personalakten sind, sondern das sind zum Teil eher Zusammenstellungen von Informationen über einzelne Priester“, erklärte er. Viele Hinweise auf Missbrauch seien nicht abgelegt worden, um solche Dinge von den Priestern fern zu halten.

Seit Oktober untersuchen Großbölting und sein Team Missbrauchsfälle im Bistum Münster zwischen 1945 und 2018. Generalvikar Klaus Winterkamp hatte den Wissenschaftlern direkten Zugang zu allen Archiven sowie zu Personal- und Sachakten zugesichert.

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