Polen: Erweiterung der „LGBT-freien Zonen“


Die Kampagne, unterstützt von der PiS-Regierung und den Staatsmedien, kritisiert das EU-Parlament, das im Dezember Polen aufforderte, diese Zonen abzuschaffen

Jens Mattern | TELEPOLIS

Grafik: TP

„LGBT-freie Zone“ – zu einem solchen Selbstverständnis haben sich mittlerweile 96 polnischen Gemeinden, 36 Landkreise und vier Wojewodschaften entschieden. Dort Personen, die lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender sind, für unerwünscht erklärt. Dies wird im Land wie international verurteilt.

Helena Dalli, die Gleichstellungsbeauftragte der EU-Kommission warnte jüngst, dass diese Stigmatisierung zu Attacken auf die Minderheiten führen könnte. Die französische Stadt Saint Jean-de-Braye hat vor zwei Wochen als erste Partnerstadt die Konsequenzen gezogen und die seit 25 Jahre bestehende Verbindung mit dem polnischen Ort Tuchow aufgelöst. Zwei weitere französische Orte wollen ebenfalls mit ihren polnischen Partnerstädten brechen.

Die Idee mit den „Zonen“ war eine Gegenreaktion des rechtskatholischen Milieus gegen den liberalen Bürgermeisters Rafal Trzaskowski, der Anfang 2019 eine Aufklärungskampagne zum Schutz sexueller Minderheiten vorstellte. Darauf startete die rechte Wochenzeitung „Gazeta Polska“ eine Kampagne mit Aufklebern „LBGT-freie Zone“ (Wir müssen unsere Nationalkultur schützen).

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