Wunderheiler Braco: Das Geschäft mit dem Glück


Wunderheiler Braco, der sich selbst nicht als solcher bezeichnet, ist der kroatische Star der Esoterik-Szene. Er soll das Leben tausender Menschen verändert und sogar manche geheilt haben – indem er einfach nur schaut. Am Sonntag schaute er gleich viermal im Krone Center in Graz, das zahlende Publikum kam zu Hunderten. Ein Erlebnisbericht.

Hannah Michaeler | Kronen Zeitung

Braco vor seinem Publikum, hier 2018 in Vösendorf. In Graz 2020 passiert das exakt Gleiche.
(Bild: krone.at)

Es wimmelt vor Menschen im Grazer Krone Center. Sie sind aus Deutschland, aus Kärnten, aus Slowenien angereist. Sie alle wollen Bracos „gebenden Blick“ empfangen. Zehn Euro kostet der Eintritt für die „Begegnung“ mit Josip Grbavac, wie er bürgerlich heißt. Ziemlich teuer, um jemanden beim Nichtstun zu beobachten. Aber: „Was sind schon zehn Euro für inneren Frieden?“, wie ein geschätzter Kollege tags zuvor leicht ironisch angemerkt hat.

Der Eintritt ist nicht das Einzige, womit hier Geld verdient wird. Über tausend Euro kostet der dicke Klunker mit Sonnensymbol. Der Schmuck soll ein „Schutzschild“ sein, ohne den man sich „nackt fühlt“, wie eine Besucherin später erzählt.

Viele kommen immer und immer wieder zu Braco
Gierig schieben sich die Menschenmassen durch die beiden Aufsteller mit Braco-Gesichtern. Der Saal ist fast voll, vor allem mit Frauen zwischen sechzig und siebzig. „Wer ist schon öfters hier gewesen?“, fragt die Moderatorin. Es sind viele. Sie erzählen von Glück, davon, dass er ihnen den richtigen Weg gezeigt hat. Eine Frau hat ihre Schlafprobleme durch ein Bild von ihm unter dem Polster gelöst.

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