Covid-19: „Zweite Grippe und nicht mehr ausrottbar“?


Neue Ansteckungen in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern, Hamsterkäufe in Österreich und Italien, Arbeitsrationalisierung in Südkorea

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Foto: TP

Das 2019-Novel-Coronavirus breitet sich weiter aus: Im baden-württembergischen Landkreis Göppingen wurde gestern ein 25-Jähriger als Covid-19-Kranker identifiziert. Auch ein Mittvierziger, der am Montag mit einer schweren Lungenentzündung in ein Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Erkelenz eingeliefert wurde, erwies sich als Covid-19-Fall und wurde in einem „kritischen Zustand“ an das Universitätsklinikum Düsseldorf weitergereicht.

Der Baden-Württemberger hat sich den Behördenangaben nach wahrscheinlich bei einem Aufenthalt in Italien angesteckt. Dort hat sich das Virus mittlerweile von der Lombardei und Venetien aus über das ganze Land ausgebreitet: Sowohl aus Sizilien als auch aus Südtirol wurden neue Ansteckungsfälle gemeldet. Mit insgesamt 325 Fällen liegt Italien nun nach China und Südkorea an dritter Stelle der Länder mit den meisten Covid-19-Fällen. Elf davon sind bislang verstorben – alle davon waren über 80 Jahre alt.

Tirol: Zwölf Personen unter Quarantäne

Ebenfalls in Italien angesteckt haben sich ein 70-jähriger Schweizer (der am Dienstag in einem Krankenhaus im Tessin isoliert wurde), ein junger Kroate (der in Zagreb im Krankenhaus liegt), eine 38-jährige Griechin, eine Frau aus dem katalanischen Barcelona, ein 61-jähriger Brasilianer aus São Paulo, ein Italiener in Algerien und zwei 24-Jährige, bei denen die Krankheit in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck ausbrach. In dem Hotel, in dem eine der Erkrankten angestellt ist, wurden alle 62 Angestellten auf das Virus getestet, worauf hin man neun davon unter eine zweiwöchige polizeilich überwachte Quarantäne stellte. Sie gilt den Behördenangaben nach auch für weitere drei Personen „aus dem engen sozialen Umfeld der Erkrankten“.

Von den Gästen, die in dem Hotel logieren, nahm die Polizei bislang nur die Personalien auf. Günther Weiss, der Chef der Infektiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck, hält das für ausreichend, weil es seinem „Informationsstand“ nach „für die Übertragung im Normalfall einen längeren Kontakt von rund einer Viertelstunde“ braucht, wie er der ORF-Nachrichtensendung Zeit im Bild 2 sagte.

Bei der gestern im Kärntner Bad Kleinkirchheim verstorbenen 56-jährige italienischen Wintersportlerin bestätigte sich der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Virus nicht. Hier hatten die Behörden vorsichtshalber die Apartmentanlage gesperrt, in der sie ihren Urlaub verbrachte. Außerdem kam es dem ORF zufolge – ebenso wie in Italien – zu Hamsterkäufen und teilweise leeren Supermarktregalen an den Plätzen, an denen vorher Desinfektionsmittel, Konserven und andere lange haltbare Lebensmittel wie Nudeln standen. Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser von der SPÖ mahnte währenddessen „europaweite Maßnahmen in Absprache mit der WHO“ an. Sonst könne aus Covid-19 „eine zweite Grippe“ werden, die „nicht mehr ausrottbar“ sei.

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