Dschihadisten unterbinden Wasserversorgung in Nordostsyrien


Mit der Türkei verbündete Milizen legen Trinkwasser-Pumpstation lahm; mehrere hunderttausend Personen sind betroffen. Darunter auch die Flüchtlingslager und das Lager al-Hol mit gefangenen IS-Anhängern

Thomas Pany | TELEPOLIS

Türkisches Panzerfahrzeug mit Verbündetem am Steuer, mutmaßlich ein Kämpfer der Hayat Tahrir asch-Scham. Bild: Propagandamaterial der HTS-„Medienagentur“ ebaa.news.

Schwere Vorwürfe gegen Verbündete der Türkei: Islamistische Milizen sollen eine wichtige Anlage für die Wasserversorgung in Ras al-Ain (kurdisch: Sere Kaniye) außer Betrieb gesetzt haben. Betroffen seien 460.000 Menschen, einschließlich der Bewohner von Flüchtlingslagern sowie die Lager von IS-Gefangenen, darunter das bekannteste: al-Hol mit knapp 70.000 Personen, berichtet al-Monitor.

Deren Journalistin Amberin Zaman, die gut vernetzt ist, stützt sich dabei auf Angaben der kurdischen Selbstverwaltung. Laut den ihr zugetragenen Berichten sollen die Milizen vor zwei Tagen in die „Alok“-Pumpstation eingedrungen sein und den Betrieb eingestellt haben. Techniker, angeblich Angestellte des syrischen Staates, seien verjagt worden. Den Vorwürfen fügt die al-Monitor-Journalistin hinzu, dass über die genaue Ursache des Stopps der Wasserversorgung wie auch für die türkische Rolle darin Unklarheit besteht.

Damaskus: 600.000 sind betroffen

Dagegen wird im englisch-sprachigen Bericht der kurdischen ANF-News eine türkische Verantwortung für die Erstürmung der Trinkwasseranlage „Elok“ deutlich. Die Rede ist hier davon, dass die Wasserversorgung im Nordosten Syriens teilweise abgeschnitten ist.

Die syrische Nachrichtenagentur Sana hält ebenfalls die Türkei für den seit drei Tagen andauernden Stopp der Wasserversorgung über die Pumpstation „Alouk“ für verantwortlich, weil sie von „türkischen Söldner“ verursacht wird. Nach Angaben des zuständigen staatlichen syrischen Vertreters soll die Wasserversorgung von 600.000 Menschen in der Region Hasaka davon abhängen.

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