Brexit-Verhandlungen: Deutliche Drohung aus London


Wenn sich bis Juni kein Handelsvertrag abzeichnet, will die britische Regierung die Gespräche mit der EU beenden. Mit dieser harten Verhandlungstaktik versucht sie, Zugeständnisse zu erzwingen.

Akexander Mühlauer | Süddeutsche Zeitung

Die Verhandlungen über die künftige Beziehung mit der EU haben noch gar nicht begonnen, da droht die britische Regierung schon mit dem Abbruch der Gespräche. Die Warnung aus London ist eindeutig: Sollte sich bis Juni kein Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union abzeichnen, werde die Regierung entscheiden müssen, ob sie sich von den Gesprächen zurückziehe. So steht es im Verhandlungsmandat, das die britische Regierung am Donnerstag vorgestellt hat. Die Gespräche mit der EU sollen am Montag in Brüssel beginnen. Sollten sie scheitern, will sich London voll und ganz auf einen Brexit ohne Abkommen vorbereiten.

Wie erwartet nimmt die britische Regierung damit eine harte Verhandlungslinie gegenüber Brüssel ein. „Wir wollen die bestmöglichen Handelsbeziehungen mit der EU, aber wir werden im Zuge der Vereinbarung nicht unsere Souveränität aufgeben“, sagte der für den Brexit zuständige Minister Michael Gove bei der Vorstellung des britischen Verhandlungsmandats im Unterhaus. Die Bürger hätten der Regierung bei der Parlamentswahl im Dezember einen klaren Auftrag erteilt: „Take back control.“ Dies bedeute für Großbritannien, dass es den Binnenmarkt und die Zollunion zum Jahresende verlassen werde, sagte Gove.

weiterlesen