„Erregerzucht“ im Zuge der Viehzucht


Hüten statt jagen: Die Entwicklung der Viehhaltung erleichterte unseren Vorfahren das Leben – doch der enge Kontakt mit den Tieren hatte auch einen Haken, wie nun eine Studie belegt: Die Viehhaltung begünstigte die Entstehung von neuen Krankheitserregern, geht aus Untersuchungen von uralten Bakterien-Genomen hervor. Sie stammen aus bis zu 6500 Jahre alten Überresten der Opfer von Salmonelleninfektionen. Den genetischen Merkmalen zufolge infizierten die frühen Formen dieser Erreger im Gegensatz zu heutigen Versionen sowohl Menschen als auch Tiere, was ihre Entstehung im Rahmen der Viehhaltung nahelegt.

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Durch die Viehaltung entstanden komplexe Interaktionen zwischen Tier, Mensch und Bakterien. (Bild: Annette Günzel)

Vor etwa 10.000 Jahren kam es zu einer bahnbrechenden Entwicklung, die das Schicksal der Menschheit für immer prägen sollte: die Neolithische Revolution. Statt zu jagen und zu sammeln, domestizierten Menschen Nutztiere und bauten Pflanzen an – es entwickelten sich die ersten bäuerlichen Kulturen, die sich durch Landwirtschaft und Viehzucht ernährten. So fanden Schaf, Schwein und Co Einzug ins Leben unserer Vorfahren. Es entstand ein enger Kontakt mit Tieren, zu denen es zuvor eine Räuber-Beute-Distanz gegeben hat. Dadurch wurden die Menschen wohl auch intensiver mit Erregern konfrontiert als zuvor. Man vermutete deshalb bereits, dass die Neolithisierung mit der Entstehung neuer Krankheiten des Menschen verknüpft war. Ein internationales Forscherteam untermauert diese bisherige Annahme nun erstmals durch Forschungsergebnisse.

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