Saudi-Arabien stoppt Pilgerreisen nach Mekka


Saudi-Arabiens Behörden haben vorübergehend einen Stopp für Pilgerreisen nach Mekka und Medina verfügt. Das ist die spektakulärste einer Reihe von Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Zum Paket gehört auch der einstweilige Stopp von Touristenvisa aus Ländern, in denen Covid-19-Infektionen bekannt sind, wie zum Beispiel auch Italien.

Thomas Pany | TELEPOLIS

In Saudi-Arabien selbst soll es laut Gesundheitsministerium bislang keine bekannten Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus geben. Infizierte mit saudi-arabischer Staatsangehörigkeit werden aus anderen Ländern gemeldet, davon sieben in Bahrain und Kuwait. Angesteckt sollen sie sich in Iran haben. Der vom Haus Saud finanzierte Sender al-Arabiya nennt darüber hinaus Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Irak als Länder, wo Infizierte gemeldet wurden, die sich in Iran angesteckt haben sollen.

Wie berichtet, gilt Iran derzeit eine besondere Aufmerksamkeit, da der Coronavirus dort die meisten Todesfälle außerhalb Chinas verursacht hat und infizierte Reisende das Virus in andere Länder der Region gebracht haben. Den Behörden in Iran wird vorgeworfen, dass sie in der Angelegenheit zu viel verschwiegen haben (siehe etwa die SZ: Verharmlost, verleugnet, vertuscht).

Das politische Virus

„Political Coronavirus“ war kürzlich bei einem Iranspezialisten zu lesen. Das Schlagwort trifft die Besonderheit gut, mit der die iranische Führung über die Bekämpfung der Ausbreitung des Covid-19-Virus hinaus zu tun hat. „Wir sollten nicht zulassen, dass die USA dem Coronavirus ein neues Virus hinzufügt“, drückt es der iranische Präsident Rouhani aus.

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