Alte DNA verrät prähistorische Einwanderung auf Mittelmeerinseln


Schon vor dem Aufstieg der mediterranen Seefahrerzivilisationen wanderten Menschen aus Afrika, Asien und Europa in die Region

DERSTANDARD

Forscher rekonstruierten die genetische Geschichte der Mittelmeerinseln für die letzten 7.000 Jahre. Foto: NASA Earth Observatory

Woher die Bewohner der Balearen, Siziliens und Sardiniens in prähistorischer und antiker Zeit kamen, analysierte ein internationales Team um Forscher der Uni Wien anhand von alter DNA. Die Auswertungen ergaben ein Mosaik aus Einwanderern mit Vorfahren aus asiatischen Steppen, aus dem heutigen Iran und aus Nordafrika, wie die Forscher im Fachblatt „Nature Ecology & Evolution“ berichten.

Das Mittelmeer war eine wichtige Route für Seewanderungen und der Mittelpunkt von Handelsbeziehungen und Invasionen in der Vorgeschichte. Die genetische Geschichte der Mittelmeerinseln ist trotz der jüngsten Entwicklungen in der Erforschung alter DNA aber nicht gut dokumentiert. Das ändert nun das Wissenschafterteam um den US-amerikanischen Humangenetiker David Reich, dem auch Ron Pinhasi und Daniel Fernandes der Universität Wien sowie Maria Teschler-Nicola vom Naturhistorischen Museum Wien angehörten: In der bislang größten DNA-Studie zum Mittelmeerraum weisen sie ein komplexes Muster der Einwanderung aus Afrika, Asien und Europa nach.

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