Die CDU Radebeul und ihr „Pegida“-Marschierer


Ein CDU-Mann marschiert auf dem „Pegida“-Jubiläum mit. Redner ist Björn Höcke. Was macht er da? Sein Kreisverband versucht sich an einer Erklärung.

Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Björn Höcke auf dem „Pegida“-Jubiläum in Dresden. © dpa/Rober Michael

Nachtrag: Die Tatsache, dass der Radebeuler CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi bei dem rechtextremen „Pegida“-Verein mitmarschierte, sollte eigentlich bei seiner Partei alle Alarmglocken schrillen lassen.

Immerhin hat die Union insbesondere im Osten nach ihrer Rolle in der Thüringen-Posse ein eklatantes Glaubwürdigkeitsproblem. Umso erstaunlicher ist die Reaktion, zu der sich die CDU Radebeul dennoch hat hinreißen lassen. Mit „Die Haltung der CDU Radebeul zu Demokratie und Streitkultur in unserer Zeit“ hat sie ihr Statement überschrieben. Darin heißt es, dass sie „Pegida-Demonstrationen entschieden“ ablehne, ebenso die AfD. Allerdings hätten die Mitglieder der Union „unterschiedliche Auffassungen zu aktuellen politischen Fragen“, entsprechend gebe es „christlich-sozial, liberal sowie konservativ denkende Menschen“.

Interessant, nur ist das nicht etwas widersprüchlich? Auf der einen Seiten die offen formulierte Ablehnung, auf der anderen Seite wird die Teilnahme am „Pegida“-Marsch und die damit wohl einhergehende Sympathiebekundung der entsprechenden Inhalte – insbesondere auch jene vom groß angekündigten Redner Björn Höcke – mit „Streitkultur“ verharmlost. Das ist, CDU Radebeul, alles, nur nicht glaubwürdig, zumal „Pegida“ nicht nur den Rechtsextremismus als bürgerliche Meinung verkauft, sondern gleichsam Angela Merkel als Feindbild markiert.

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