Griechenland geht an der Grenze mit Tränengas gegen Flüchtlinge vor


Die Türkei hat die Grenzpolizei abgezogen, deutsche Regierung kuscht, Bulgarien und Griechenland verstärken mit Polizei und Militär die Grenze, auch in Syrien eskaliert der Konflikt weiter

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das Bild soll syrische Flüchtlinge in der Türkei auf dem Weg zur EU-Grenze zeigen. Bild: North-Press Agency

Ungewiss ist noch immer, wie sich der Konflikt zwischen der Türkei, die sich Deckung von Nato holte, und Syrien, das von Russland unterstützt wird, über Idlib entwickeln wird. Um maximalen Druck nicht nur auf die Nato, sondern auch auf die EU auszuüben, hat nicht offiziell die türkische Regierung, sondern ein anonym bleibender Vertreter angekündigt, die südliche Grenze für Flüchtlinge zu öffnen und Flüchtlinge auf dem Land oder dem Wasser nicht mehr davon abzuhalten zu versuchen, nach Bulgarien oder Griechenland zu gelangen. Das wäre ein Bruch des Abkommens mit der EU, auch wenn die Türkei nicht aktiv die Migranten Richtung Europa schicken sollte. Die türkische Regierung sagt. Es habe sich an ihrer Flüchtlingspolitik nichts geändert.

Nach türkischen Medien seien schon hunderte Flüchtlinge in Richtung türkischer Grenze gefahren, um auf dem Landweg oder über das Mittelmeer in die EU zu kommen. Es war zunächst besonders von einer Gruppe von etwa 300 Migranten die Rede, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in die Provinz Edirne an die Grenze zu Griechenland und Bulgarien gegangen sein. Allerdings wäre das selbst noch nicht weiter ungewöhnlich. Andere Flüchtlinge sollen nach Çanakkale an der Westküste gezogen sein, um von dort mit Booten nach Lesbos überzusetzen. Bislang wird noch von keinem Massenansturm berichtet, allerdings sollen viele Migranten mit Bussen nach Edirne fahren. Die türkische Nachrichtenagentur AA veröffentlichte demonstrativ ein Video, das nach Europa aufbrechende Flüchtlinge zeigt.

Griechenland hat den Schutz der Landgrenze nach Regierungsangaben „maximal“ erhöht, der Polizeichef und der oberste Kommandeur sind vor Ort. So wurden bereits um die 500 Flüchtlinge am Grenzübergang Kastanies/Pazarkule abgewehrt. Die Polizei drängte sie mit Tränengas zurück. Bislang seien nur wenige Migranten über die Grenze gekommen. Gestern Abend sollen es schon 1200 Migranten gewesen sein, die sich an dem Grenzübergang aufhielten.

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