Erdogans Rede sorgt für Empörung


Die erste Rede von Recep Tayyip Erdogan seit der Tötung der Soldaten in Idlib wirkt auf viele Türken befremdlich und in dieser Situation unpassend. Der Staatspräsident scherzt, lacht – und wiederholt einen alten Vorwurf an die türkische Opposition.

Deniz Yücel | WELT

Was lachst du, Erdogan?, fragten am Samstagabend viele türkische Bürgerinnen und Bürger. Der Hashtag #NeGülüyorsunErdoğan stand am Abend mit über 200.000 Tweets auf Platz zwei der weltweiten Trending Topics, also der am meisten genutzten Hashtags. Der Hintergrund: Türkische Oppositionelle werfen dem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mangelnde Anteilnahme und fehlende Ernsthaftigkeit vor.

Nach dem Angriff der syrischen Luftwaffe in der Islamistenenklave Idlib am Donnerstagabend, bei dem laut jüngsten Zahlen 36 türkische Soldaten starben, überließ es die türkische Regierung einem Provinzgouverneur, die Öffentlichkeit zu informieren. Auch am Freitag, als die Türkei die Grenzen nach Europa öffnete, blieb der sonst nicht gerade schweigsame Staatspräsident abgetaucht. Umso größer fällt nun die Verwunderung nach seinem ersten Auftritt aus.

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