Jürgen Habermas und die Rettung der Moderne


Seit gut 60 Jahren reflektiert der deutsche Philosoph Jürgen Habermas über die Moderne und ihre Gefährdungen. In seinem neuen Werk „Geschichte der Philosophie“ untersucht er die Potenziale der Philosophie, um einer strauchelnden, aufgeklärten, modernen Gesellschaft Zuversicht geben zu können.

Thomas Meyer | Deutschlandfunk

Der Philosoph Jürgen Habermas 2018 bei der Verleihung des deutsch-französischen Medienpreises (picture alliance / dpa / Arne Immanuel Bänsch)

Mit dem Erscheinen von „Auch eine Geschichte der Philosophie“ im November 2019 hat der 90-jährige Philosoph Jürgen Habermas sein Lebenswerk gekrönt. Die 1.752 Seiten sind dabei nur auf den ersten Blick eine traditionelle Philosophiegeschichte. Welche Aussagen taugen für eine Zukunftsperspektive in der 2.500-jährigen Geschichte der Philosophie? Nach Habermas lässt sich eine Perspektive gewinnen aus dem alten Konflikt zwischen Glaube und Wissen.

Ideenhistoriker Thomas Meyer nimmt die „Geschichte der Philosophie“ zum Anlass, deren Tragfähigkeit und Zeitgemäßheit zu untersuchen. Und er hinterfragt kritisch die so groß und heroisch klingenden Begriffe Aufklärung, Fortschritt und Moderne für das 21. Jahrhundert.

Als im vergangenen Herbst der 90-jährige Philosoph Jürgen Habermas die zweibändige Studie „Auch eine Geschichte der Philosophie“ vorlegte, war man nicht nur wegen des Umfanges von mehr als 1.700 Seiten überrascht und beeindruckt. Habermas hatte eine Entwicklungsgeschichte über die „okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen und die Spuren über Glauben und Wissen unter der Prämisse vernünftiger Freiheit“ veröffentlicht, wie es in den Untertiteln hieß.

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