Impfpflicht und Waldorfschulen


An Schulen und Kitas gilt vom 1. März an Impfpflicht. Besonders interessant dürfte sein, was nun an Waldorfschulen passiert.

Bernd Kramer | Süddeutsche Zeitung

Die Krankheit ist gefährlich, hochansteckend – und sie schien fast vergessen zu sein, da mehrten sich in Berlin vor gut fünf Jahren die Fälle: Die Masern waren zurück. Auch an einer Waldorfschule im Bezirk Reinickendorf erkrankten Kinder. Doch Hilfe schien dort zunächst nicht sehr willkommen zu sein: Patrick Larscheid, der das Gesundheitsamt im Bezirk leitet, erinnert sich, dass es sogar zu einem Konflikt mit der Schule über die Frage gekommen sei, ob die Behördenmitarbeiter sie betreten dürfen. Am Ende kontrollierten sie zwar doch vor Ort den Impfstatus der Schülerinnen und Schüler. Aber für Larscheid zeigt das Beispiel: „In bestimmten Milieus ist der Kampf gegen die Seuche zumindest sehr schwierig.“ Die Waldorfschule hat sich auf Anfrage der SZ nicht geäußert – auch nicht dazu, wie sie auf die neuen Impfregeln blickt, die nun gelten.

Seit dem 1. März müssen Kinder in Schulen und Kitas gegen Masern immun sein. Die Einrichtungen müssen den Impfstatus bei der Aufnahme abfragen, so verlangt es das neue Masernschutzgesetz. Ist ein Kleinkind nicht geimpft, darf es die Kita nicht besuchen. Nicht geimpfte Schulkinder müssen den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Verweigern sich die Eltern dauerhaft, drohen Bußgelder. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisierte bereits den Aufwand, der den Schulen aufgebürdet werde – und die vielen offenen Fragen. Was passiert, wenn sich Eltern trotz Bußgeld weiter verweigern? Können schulpflichtige Kinder vom Unterricht ausgeschlossen werden?

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