Puigdemont „sprengt“ bei Rückkehr nach Katalonien Perpignan


200.000 Menschen empfingen ihren „Präsidenten“ im französischen Teil Kataloniens, wo Verhandlungen kritisiert und ein Aufruf zur Vorbereitung auf den „Entscheidungskampf“ ausgegeben wurden

Ralf Streck | TELEPOLIS

Nach den Veranstaltern kamen 150.000 Menschen zum ersten Auftritt von Puigdemont auf katalanischem Boden. Bild: ANC

Perpignan wurde am Samstag von Anhängern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung geflutet, die die 25 Kilometer über die Grenze in den französischen Teil Kataloniens geströmt waren, um ihren Exil-Präsidenten nach mehr als zwei Jahren erstmals wieder auf katalanischem Boden zu empfangen. Öffentlich-rechtliche französische Medien sprechen von einer „riesigen Veranstaltung“ seine „Republikrats“. Auch nach Angaben der französischen Polizei waren allein in Perpignan 110.000 Menschen versammelt.

Die Veranstalter setzen die Zahl auf 150.000 herauf, wozu allerdings die zahllosen Menschen gerechnet werden müssen, die in einem kolossalen Verkehrschaos stecken blieben, das die spanische Polizei mit massiven Kontrollen an der Grenze zu verantworten hatte. Allein 100 Autobusse mussten die Rückreise antreten, ohne nach Perpinyà gelangt zu sein. Klar ist, dass mehr Menschen in die Stadt geströmt sind, als sie Einwohner hat.

Schon am Freitag war Puigdemont im französischen Teil Kataloniens auf Einladung des Bürgermeisters von Perpignan eingetroffen. Jean-Marc Pujol verteidigte dessen Redefreiheit gegen massiven Druck aus Paris und Madrid. Er sprach davon, dass seine Stadt schon immer ein Ort für Exilanten war. Seine Vertreterin Annabelle Brunet bestätigte, dass es auch aus Paris massiven Druck gab, den Auftritt von Puigdemont und zwei weiteren gewählten Europarlamentariern zu verhindern. Da man aber in Perpignan nicht eingeknickt ist, habe die französische Regierung „brutale“ Sicherheitsmaßnahmen verordnet.

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