Die Legende vom „Austausch“


„Die Pläne für einen Massenaustausch sind längst geschrieben“ – das hat AfD-Politikerin von Storch behauptet. Doch bei dem angeblichen Plan zum „Bevölkerungsaustausch“ handelt es sich lediglich um eine Studie.

Carla Reveland, Patrick Gensing | tagesschau.de

Die rechtsradikalen „Identitären“ sprechen vom „Großen Austausch“, das Magazin „Compact“ schrieb von einem „7-Punkte-Plan zum Volksaustausch“ und auch rechtsextreme Terroristen beziehen sich auf einen angeblichen Plan, die Bevölkerung durch Flüchtlinge zu erstetzen. Warum dies geschehen soll, bleibt zumeist unklar, dennoch hat sich die Legende von der „Umvolkung“ oder dem „Bevölkerungsaustausch“ zu einem zentralen Narrativ in rechtsradikalen Kreisen etabliert. Auch die AfD nutzt diese Begriffe mittlerweile regelmäßig gezielt und schürt dadurch Ängste vor verstärkter Zuwanderung.

Ein angeblicher Beweis für diese vermeintliche Geheimoperation soll ein Plan sein, den die UN veröffentlicht habe. So schrieb die AfD-Politikerin Beatrix von Storch in einem Tweet, die „Pläne für einen Massenaustausch sind längst geschrieben“. Dazu verlinkte sie ein Dokument der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000.

Bei dem Dokument handelt es sich aber um keinen Plan, sondern um eine Studie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit in Anbetracht einer alternden Bevölkerung und einer relativ niedrigen Geburtenrate ein Rückgang der Einwohnerzahl durch Migration ausgeglichen werden könnte.

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