War unsere Erde einst eine Wasserwelt


Ozeane bedecken heute drei Viertel unseres Planeten. Doch in der Frühzeit der Erde könnte ihre Oberfläche fast komplett von Wasser bedeckt gewesen sein. Neue Indizien dafür haben nun Forscher in einer 3,2 Milliarden Jahre alten Gesteinsformation in Australien gefunden. Das in diesen Proben gemessene Verhältnis von Sauerstoff-Isotopen spricht dafür, dass die Urmeere damals kaum chemische Einflüsse von festen Landmassen erfuhren. Demnach erlebte unser Planet wahrscheinlich zwei Phasen seiner Entwicklung: Zuerst war er eine fast reine Wasserwelt, dann erst tauchten die ersten Kontinente auf.

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Dieser Kissenbasalt bildete vor 3,2 Milliarden Jahren den Grund des Urozeans. (Bild: Benjamin Johnson)

Schon länger spekulieren Forscher darüber, wie unsere Erde im frühen Archaikum aussah – in der Zeit vor 3,6 bis 3,2 Milliarden Jahren. Aus früheren Studien geht hervor, dass unser Planet etwa seit vier Milliarden Jahren eine feste Gesteinskruste besitzt – vorher war die Erdoberfläche weitgehend glutflüssig und wurde von heftigen Asteroideneinschlägen immer wieder aufgeheizt und aufgebrochen. Nachdem dann die Kruste erstarrt und abgekühlt war, bildeten sich ausgedehnte Ozeane. Weil damals die Plattentektonik wahrscheinlich noch nicht eingesetzt hatte, gab es kaum Gebirge und erhöhte Landmassen, die das Wasser verdrängten. Daher vermuten Wissenschaftler schon seit längerem, dass die Erde zu dieser Zeit fast komplett vom Wasser bedeckt gewesen sein könnte – ein Planet mit einem erdumspannenden Ozean und ohne große Kontinente.

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