Warum die Sprache der Kirche das Prädikat „scheinheilig“ verdient


„Die kirchliche Sprache verschweigt viel, sie kennt Sprachlosigkeiten – und sie vertuscht Macht, Hierarchien und auch Gewalt“: In einem neuen Buch beleuchten die Autoren Jan Feddersen und Philipp Gessler den Zustand der Sprache der Kirche. Ihr Urteil fällt wenig schmeichelhaft aus.

Steffen Zimmermann | katholisch.de

Als der PR-Berater Erik Flügge 2016 seinen in Buchform gekleideten Wutanfall über die Sprache der Kirche veröffentlichte, landete er damit einen Coup. „Der Jargon der Betroffenheit. Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“ wurde ein Bestseller und löste über die kirchliche Blase hinaus lebhafte Diskussionen aus. Flügge warf der Kirche in seinem Buch vor, sprachlich in der Vergangenheit steckengeblieben zu sein und in ihren Predigten mit verschrobenen, gefühlsduselnden Wortbildern zu hantieren, die niemand mehr hören wolle – eine ebenso emotionale wie wortgewaltige Analyse, die von vielen Lesern geteilt wurde.

Vier Jahre nach Flügge beschäftigt sich nun erneut ein Buch mit der kirchlichen Sprache. „Phrase unser. Die blutleere Sprache der Kirche“ heißt das Werk der beiden Journalisten Jan Feddersen und Philipp Gessler, das an diesem Dienstag im Münchner Claudius Verlag erscheint. Wer nun allerdings denkt, das Duo komme mit seiner Analyse vier Jahre zu spät oder wärme alte Thesen auf, der irrt.

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