Zehntausende Afghanen, Syrer und Iraker harren an der türkisch-griechischen Grenze aus

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Die harte Haltung Griechenlands gegenüber den Migranten zeigt Wirkung. Doch Grenzschutz ist nur ein Teil der Antwort auf die Migrationskrise.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Eine Frau mit ihrem Kind in der Nähe des griechisch-türkischen Grenzflusses Evros. Sedat Suna/EPA

Auf einem offenen Feld in der Nähe des Dorfes Doyran im äussersten Nordwesten der Türkei packt eine Gruppe von vielleicht 50 Personen ihre Sachen zusammen. Viel ist es nicht, ein paar Plastikplanen, Decken, Kleider, auch zwei, drei Kinderwagen sind dabei. Drei Tage hätten sie im Freien in der Kälte verbracht, erklärt Masut, ein junger Mann aus Afghanistan, und wärmt sich die Hände an einem der vielen Lagerfeuer, die auf dem Feld brennen.

Nur wenige hundert Meter hinter dem Lagerplatz fliesst der Grenzfluss Evros. «Hier gibt es kein Durchkommen nach Griechenland», sagt er. «Und wer es doch über den Fluss schafft, wird von den Grenzschützern zurückgeschickt.» 

Katz-und-Maus-Spiel am Evros

Yasar, sein Bekannter, erzählt, er habe am Sonntag mit einem Schlepperboot über den Evros übergesetzt, sei aber kurz danach einer griechischen Patrouille in die Arme gelaufen. Man habe ihm sein Geld und das Telefon abgenommen und ihn zurückgeschickt. Er fahre jetzt mit seiner Familie nach Istanbul und von dort zurück nach Isparta in der Südtürkei, wo sie seit einiger Zeit lebten. Das hier habe keinen Sinn.

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