Anzeige wegen Mordes: Sektenführer sollen für Coronavirus-Ausbreitung verantwortlich sein


Weil die Anführer einer Sekte nicht ausreichend mit den Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet haben sollen, hat Südkoreas Hauptstadt Strafanzeige gegen sie gestellt. Es soll eine Anhäufung von Corona-Fällen bei der Sekte geben.

stern.de

Lee Man Hee, Sektengründer und geistigen Führer der Shincheonji-Kirche Jesu, hält in seiner Villa in Gapyeong, 60 Kilometer nordöstlich von Seoul, eine Pressekonferenz ab ©Kim Ju-Sung/YONHAP/AP DPA

Südkorea gehört zu den Ländern, die momentan am härtesten mit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus zu kämpfen haben. Tausende Infizierte und Dutzende Tote sind zu beklagen.

Nun könnten erste rechtliche Konsequenzen drohen: Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit in dem Staat drohen den Anführern einer christlichen Sekte Ermittlungen wegen Mordes und anderer Vorwürfe. Die Stadt Seoul habe bei der Staatsanwaltschaft eine entsprechende Strafanzeige gegen das Sekten-Oberhaupt Lee Man Hee und zwölf weitere führende Mitglieder der Shincheonji-Kirche Jesu gestellt, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Montag. 

Sektenführer soll gegen Infektionsschutzgesetz verstoßen haben

Den Sektenführern wird demnach unter anderem vorgeworfen, nicht ausreichend mit den Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet und die Namen von Anhängern vorenthalten zu haben, die auf das Virus getestet werden sollten. Ein weiterer Vorwurf der Behörden in der Hauptstadt lautet, die religiöse Organisation habe gegen das Gesetz zur Prävention von Infektionskrankheiten verstoßen. Die Sekte soll deshalb mitverantwortlich für den Tod von Covid-19-Patienten sein. Die in Südkorea umstrittene Sekte wies die Anschuldigungen zurück.

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