Juden in Rom kritisieren vatikanischen Artikel zu Pius XII.


Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni hat vorzeitige Interpretationen des Vatikan zum Verhalten von Papst Pius XII. angesichts der Judenverfolgung kritisiert. Er reagierte damit auf einen Beitrag in der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“.

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Der ganzseitige Artikel ertschien am Montag, dem Tag der Öffnung der Pius-Archive. „Diese Art von Sensationalismus, mit bereits fertigen Faszikeln und schnellen Schlussfolgerungen wie auf dem Tablett präsentiert, ist verdächtig“, wird Di Segni von italienischen Medien zitiert.

Warnung vor Bumerang-Effekt

Darin hatte Johan Ickx, Archivleiter im vatikanischen Staatssekretariat, einzelne Dokumente zitiert und abgebildet, in denen es um Hilfe-Ersuche von Juden an Pius XII. ging. Ein weiteres Faszikel erwähnt Vorwürfe gegen einen Kurienmitarbeiter, der Dokumente für verfolgte Juden gefälscht haben soll, sowie einen Kommentar des Papstes zu US-Presseberichten über die Deportation von mehr als 1.000 Juden aus Rom im Oktober 1943.

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