Keas begreifen Wahrscheinlichkeiten


Welche Entscheidung hat mehr Aussicht auf Erfolg? Wenn wir etwas nicht sicher wissen, orientieren wir uns bei solchen Fragen an Wahrscheinlichkeiten. Erstaunlicherweise sind auch die Bergpapageien Neuseelands zu diesem klugen Kalkül fähig, zeigt eine Studie: Die cleveren Vögel begreifen, ob etwas mehr oder weniger wahrscheinlich ist und richten ihr Verhalten entsprechend aus. In ihr Kalkül können sie dabei Mengenverhältnisse und sogar soziale Informationen einbeziehen. Bisher waren solche hohen kognitiven Leistungen nur vom Menschen und Menschenaffen bekannt, sagen die Forscher.

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Ein Kea gibt einem Forscher einen Tauschgegenstand. (Bild: Amalia Bastos )

Acht blaue und zwei gelbe Bälle – wenn jemand blind nach einem von ihnen greift, welche Farbe wird er dann am wahrscheinlichsten erwischen? Vermutlich wird es ein blauer Ball sein, sagt uns der Verstand. Dies mag banal erscheinen, doch aus Sicht der Kognitionsforschung ist dieses Erfassen von statistischen Wahrscheinlichkeiten eine komplexe Leistung unseres Gehirns. Dieser kalkulierende Verstand hat für das menschliche Verhalten große Bedeutung: Trotz Ungewissheit können wir Entscheidungen treffen, die vergleichsweise hohe Erfolgsaussichten haben. Diese Fähigkeit zum Erfassen und Nutzen von Wahrscheinlichkeiten entwickelt sich bei Menschen vergleichsweise früh: Schon Kleinkinder kalkulieren, haben Studien gezeigt. Bei Tieren ist diese Fähigkeit bisher hingegen nur von unseren nächsten Verwandten bekannt – den Menschenaffen.

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