Der unheimliche Siegeszug der Corona-Mutanten


Was macht das neue Coronavirus so besonders? Genforscher kommen auf immer brisantere Details: Zum Beispiel, dass es eine aggressivere Variante gibt – und frühe Viren aus München, die inzwischen Europa erobert haben.

Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die entscheidenden Sätze, die der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und seine Mitarbeiter bei jedem ihrer regelmäßigen Briefings unterbringen möchten, drehen sich um die Eindämmung der Viruskrankheit Covid-19 – um das „Containment“. Den Seuchenzug zu stoppen hat immer noch höchste Priorität. An zweiter Stelle aber kommt schon das Virus selbst: „Wir lernen das Virus immer besser kennen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag. Doch was sich hinter dieser vagen Andeutung versteckt, machen die Virologen und Epidemiologen der Gesundheitsbehörde selten öffentlich. Zu frisch ist die Epidemie noch, zu dünn viele Daten, zu wackelig die Schlussfolgerungen.

Jede Andeutung könnte noch mehr Hysterie auslösen, die Verunsicherung ist schon groß genug. Und tatsächlich kann man viele Erkenntnisse erst Monate später seriös bewerten. Dennoch dringen manche wichtigen Befunde aus den Labors nach draußen – auch weil sich die Wissenschaftler von dem mehr an Wissen und Kommunikation auch ein mehr an Rationalität im Umgang mit der Seuche erhoffen. Ob die beiden neuen Nachrichten aus den Genlabors der Virologen,die nun die Runde machen, dazu gehören, wird sich bald zeigen. Sie bieten jedenfalls einige Brisanz.

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