Kirche könnte Milliardenentschädigung an Missbrauchsopfer leicht verkraften


Derzeit treffen sich die katholischen Bischöfe Deutschlands in Mainz auf ihrer Frühjahrsvollversammlung. Dort wird unter anderem um das weitere Vorgehen bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern diskutiert.

Matthias Krause | hpd.de

Foto: © Ricarda Hinz

Nach ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2019 beauftragten die deutschen Bischöfe eine unabhängige Arbeitsgruppe, neue Grundsätze für das Verfahren für „Anerkennungszahlungen“ an Missbrauchsopfer zu erarbeiten. Zur Herbst-Vollversammlung 2019 wurden zwei Vorschläge präsentiert:

Entweder eine pauschale Zahlung von 300.000 Euro pro Opfer oder gestaffelte Zahlungen von 40.000 bis 400.000 Euro. Legt man die Zahl der Opfer aus der MHG-Studie (3.677; S. 5) zugrunde, ergibt sich ein Entschädigungsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Natürlich ruderten die deutschen Bischöfe seitdem mit voller Kraft zurück, wie diverse Medienartikel zeigen.

Eine entscheidende Frage ist natürlich, ob sich die Bistümer Entschädigungen in der Größenordnung von einer Milliarde überhaupt leisten können. Die Antwort ist ein klares „Ja“, wie eine Analyse der Jahresabschlüsse aller Bistümer zeigt.

Eine Milliarde – verteilt auf 27 Bistümer

Bild: hpd.de

Eine Milliarde klingt erst einmal nach sehr viel Geld – und ist es auch. Allerdings gibt es in Deutschland 27 Bistümer. Das heißt: Im Durchschnitt müsste jedes Bistum „nur“ 37 Millionen zahlen. Das sind schon mal zwei Größenordnungen weniger.

Allerdings unterscheiden sich die Bistümer ganz erheblich in Größe und finanzieller Leistungsfähigkeit. Das kleinste Bistum, Görlitz, hat nur 30.000 Katholiken, das größte, Köln, fast zwei Millionen. Es wäre also unfair, die Entschädigungssumme gleichmäßig auf die Bistümer aufzuteilen.

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