Kläger gegen Wittenberger „Judensau“-Relief legt Revision ein: Ein Fall für den BGH


Der Streit um die antisemitische Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche beschäftigt nun den Bundesgerichtshof. Der jüdische Kläger habe dort Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg eingelegt.

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Das bestätigte ein Gerichtssprecher in Naumburg auf Anfrage. Das OLG hatte Anfang Februar entschieden, dass das mittelalterliche „Judensau“-Relief an der Außenfassade der Kirche hängen bleiben darf. Der Kläger fordert eine Abnahme, weil die Schmähplastik Juden antisemitisch beleidige. Ähnliche Darstellungen finden sich noch an rund 30 evangelischen und katholischen Kirchen im deutsch geprägten Kulturraum.

Das Gericht urteilte, der Straftatbestand der Beleidigung sei nicht erfüllt. Die Zurschaustellung der Plastik „verletzt nicht die Ehre der Juden“, da das Relief aus dem 13. Jahrhundert inzwischen in ein Gedenkensemble „mit anderem Sinn“ eingebettet sei. Der Informationstext bringe „unmissverständlich“ zum Ausdruck, dass sich die Kirchgemeinde vom verhöhnenden und beleidigenden Charakter der Plastik und der Missachtung von Juden ausdrücklich distanziere. Der Richter räumte ein, dass das Relief isoliert betrachtet einen beleidigenden Inhalt habe.

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