„Ich verfluche den Tag, an dem ich Amri begegnet bin“

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Der im Zeugenschutzprogramm lebende Informant im Fall Anis Amri fühlt sich von der Polizei fallen gelassen. Heute lebt er von Hartz IV. Der frühere V-Mann erhebt schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden, der Anschlag sei zu verhindern gewesen.

WELT

Eine Schneise der Verwüstung hinterließ der Attentäter Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin
Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka

Der frühere V-Mann der nordrhein-westfälischen Polizei im Fall Anis Amri beklagt ein „katastrophales Leben“. Dem „Spiegel“ sagte der unter dem Decknamen Murat Cem eingesetzte Informant, er fühle sich nach Amris Anschlag am Berliner Breitscheidplatz von der Polizei fallen gelassen.

„Viele Menschen verwünschen den Tag, an dem sie mich trafen“, sagte er. „Ich verfluche den Tag, an dem ich Anis Amri begegnet bin“, so Cem. Cem alias VP01 lebt inzwischen unter falschem Namen im Zeugenschutzprogramm und bezieht Hartz IV.

Er erhalte kaum Hilfe von der Polizei. „Am Anfang war es okay, die Beamten zeigten Interesse an mir und meiner Familie“, sagte er. Doch wenn er Probleme gehabt habe oder es ihm nicht gut gegangen sei, habe er keine Unterstützung erfahren. Es habe immer öfter Streit mit der Polizei gegeben. Er sei „nicht der Prinz“, hätten die Beamten ihm gesagt, so Cem. Er habe sein Leben für die Polizei riskiert. „Und das ist der Dank?“

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