Pfarrer hatte mit Aushang über Kirchenzugehörigkeit informiert: Landratskandidaten im Religions-Check – Datenschutzaufsicht ermittelt


So direkt bringen sich Pfarrer selten in den Wahlkampf ein: Im Unterallgäu hatte ein Pfarrer die Landratskandidaten auf ihre Kirchenzugehörigkeit abgeklopft und die Informationen an der Kirche veröffentlicht. „Eine Schnapsidee“, hat er jetzt eingesehen – doch die Datenschutzaufsicht ermittelt trotzdem.

katholisch.de

Die bayerische katholische Datenschutzaufsicht ermittelt gegen einen Pfarrer aus Tussenhausen (Bistum Augsburg). Wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Freitag berichtete, hatte der Pfarrer anlässlich der Kommunalwahl über einen Aushang an seiner Kirche über die Konfession und Religiosität der vier Landratskandidaten für den Landkreis Unterallgäu informiert. Teilweise seien dabei auch Informationen über deren Familienmitglieder veröffentlicht worden.

Nach einer Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten des Bistums Augsburgs habe der Pfarrer die Aushänge wieder entfernt. Gegenüber dem BR bedauerte er den Vorgang und sei „todunglücklich über das, was ich da gemacht habe“. Dennoch habe das Bistum den Vorgang an die zuständige Datenschutzaufsicht, den Diözesandatenschutzbeauftragten für die bayerischen Bistümer, weitergegeben. Nach einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde wird das Bistum mögliche dienstrechtliche Konsequenzen für den Pfarrer prüfen. Eine Stellungnahme der Aufsichtsbehörde gibt es nicht, solange das Verfahren dort noch läuft. Ob eine Entscheidung noch vor der Kommunalwahl am 15. März erfolgt, steht noch nicht fest.

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