Islamisten zersetzen die Banlieue in Frankreich


In vielen französischen Vorstädten zwingen radikale Muslime der Bevölkerung ihre Regeln auf.

Christine Longin | NZZamSonntag

In Mantes-la-Jolie werden nicht nur Kopf- und Körperbedeckungen für Frauen feilgeboten. Imame raten auch vor Freundschaften mit Christen und Juden ab. (4. Januar 2020) Paris Match / Getty Images

Vor der Librairie Samy stehen mehrere junge Männer. Sie scheinen genau darüber zu wachen, wer sich das Schaufenster mit den bunten Kinderbüchern zum Ramadan oder zum Leben des Propheten Mohammed anschaut. Drei solcher religiöser Buchläden gibt es in der Innenstadt von Saint-Denis, mit der Metro nur 20 Minuten vom Pariser Bahnhof Saint-Lazare entfernt.

Vom Boden bis zur Decke sind ihre Regale mit Literatur zum Islam und zum Koran gefüllt. «Für normale Literatur haben wir hier nur noch ein Geschäft, und das hält sich auch nur, weil die Schulen dort ihre Bücher bestellen», sagt André Gomar bitter. Der 72-Jährige ist Präsident eines Vereins für die Laizität, die in Frankreich so wichtige Trennung zwischen Staat und Religion. Der pensionierte Eisenbahner verfolgt mit Sorge, wie sich der radikale Islam in Saint-Denis seit 20 Jahren immer weiter ausbreitet.

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