Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden: „Werden für Coronavirus beschuldigt“


Einzelne Mitglieder badischer Gemeinden wollen mittlerweile zu Hause keine Post mehr erhalten, die sie als Juden erkennbar macht, berichtet Rami Suliman. Er ist Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und Mitglied im Expertenrat des baden-württembergischen Antisemitismus-Beauftragten Michael Blume.

Christiane Widmann | Badische Neueste Nachrichten

„Das Sicherheitsgefühl ist nicht gut“, sagt Suliman. Gewalttaten der vergangenen Jahre – allen voran der Anschlagsversuch in Halle im Oktober – schüren Sorgen. „In Halle hat die Tür standgehalten. Das hätte in Baden mit einem Blutbad geendet.“

Synagogen und Gemeindezentren werden nachgerüstet

Sicherheitstüren, Panzerglas: Das wurde vielerorts bislang nicht als nötig erachtet. Nun werden Synagogen und Gemeindezentren in ganz Baden-Württemberg ertüchtigt. Suliman ist dankbar für die Unterstützung der Landesregierung und der Polizeibehörden.

Doch Antisemitismus ist auch im Alltag präsent. Auf dem Schulhof oder auf der Straße „Jude“ als Schimpfwort zu hören, ist längst Normalität. „Das ist immer da.“

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