Zahl der Sterbehilfepatienten in Belgien steigt


In Deutschland sorgt das Urteil zu Suizidbeihilfe für Diskussionen. In den Nachbarländern Belgien und Niederlande ist aktive Sterbehilfe längst legal. Und jedes Jahr nehmen immer mehr Menschen sie Anspruch.

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Ein stummes Raunen ging durch Belgien, als Ende Oktober 2019 bekannt wurde, dass die belgische Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort durch aktive Sterbehilfe ihr Leben beendet hatte. Die an einer unheilbaren Muskelkrankheit leidende Sportlerin hatte bereits vor Längerem angekündigt, auf diese Weise sterben zu wollen. Aktive Sterbehilfe in Belgien ist seit 2002 unter bestimmten Bedingungen legal.

Immer mehr Ältere

„Das Gesetz zur Sterbehilfe ist in der Bevölkerung immer bekannter; mehr Ärzte sind bereit, auf die Frage einzugehen“, sagt der umstrittene Sterbehilfe-Arzt Wim Distelmans, als Anfang März die Zahlen für Belgien aus dem Jahr 2019 präsentiert werden. Wieder sind die Fälle aktiver Sterbehilfe gestiegen – genau wie in den 18 Jahren zuvor. Doch mit 12,6 Prozent fiel der Anstieg etwas stärker aus als in den Jahren zuvor. Distelmans führt das zum einen auf die Kenntnis des Gesetzes zurück und zum anderen darauf, dass immer mehr Menschen älter werden und sie nicht bis zum „bitteren Ende“ leben wollen. 

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