Arthritis: Skorpion-Protein als Medikamentenfähre?


Ob Fische, Schlangen oder Skorpione: Viele Tiere setzen Gifte ein, um Beute zu machen oder sich gegen Feinde zu wehren. Diese toxischen Waffen wecken zunehmend auch das Interesse von Medizinern. Denn in manchen ihrer Inhaltsstoffe steckt therapeutisches Potenzial. Auch für die Behandlung von Arthritis, wie sich nun zeigt: Forscher haben im Gift von Skorpionen ein Miniprotein gefunden, das sich von selbst in Knorpelgewebe anreichert – also dort, wo sich die Gelenkentzündung abspielt. Mithilfe dieser Substanzen können Medikamente gezielt ins Gelenk transportiert werden, legen Experimente mit Ratten nahe. Dies reduziert das Risiko von Nebenwirkungen erheblich.

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Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die viele Menschen betrifft. (Bild: ipopba/ istock)

Arthritis ist ein echtes Volksleiden: Gerade viele ältere Menschen leiden unter dieser entzündlichen Gelenkerkrankung, die heftige Schmerzen verursacht und den Knorpel zerstört. Gängige Behandlungsmethoden können die Entzündungssymptome zwar lindern und den Abbau der schützenden Knorpelschicht in den Gelenken bremsen. Doch die dafür eingesetzten Medikamente wie Steroide haben einen entscheidenden Nachteil: Sie wirken oftmals im gesamten Körper und führen zu vielfältigen Nebenwirkungen. „Diese sind für Patienten mitunter genauso schlimm oder sogar schlimmer als die Krankheit selbst“, erklärt Jim Olson vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Steroide und Co können daher meist nur kurzfristig eingenommen werden.

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