„Die Bereitschaft im Land ist gesunken, die Menschen aufzunehmen“

Bild von kalhh auf Pixabay

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) glaubt nicht an eine Wiederholung der Flüchtlingskrise von 2015. Bei einer neuen Welle wären die Kapazitäten jedoch schnell erschöpft. Von Vorschlägen, sich an einer Kontingent-Lösung zu beteiligen, hält er nichts.

Hannelore Crolly | WELT

WELT: Herr Bouillon, der türkische Präsident will die Grenzen zur EU nicht länger geschlossen halten, der Flüchtlingsdeal scheint gescheitert. Kommt jetzt die nächste Migrationskrise?

Klaus Bouillon: Ein Mann wie Recep Erdogan ist unberechenbar, ausschließen kann man gar nichts. Aber ich glaube dennoch nicht an eine neue Welle. Die EU-Außengrenzen werden abgeriegelt, und die derzeitigen Zahlen sprechen auch dagegen. In Griechenland sollen zwischen 2000 und 13.000 Menschen vorstellig geworden sein, das ist kein Vergleich zu 2015. Sollte es allerdings doch so weit kommen, dann wird es schwieriger werden als vor fünf Jahren.

WELT: Warum?

Bouillon: Die Bereitschaft und Akzeptanz im Land sind gesunken, die Menschen aufzunehmen. Wir würden vermutlich nicht mehr genug ehrenamtliche Helfer aktivieren können. Außerdem stellt die Aufnahmekapazität ein großes Problem dar.

weiterlesen