Wie Gerüche unseren Status und unsere Identität prägen


Meine Identität ist vielschichtig. Sie ist mein Name, meine Herkunft, Familie und Freunde, meine Werte, meine Handlungsentscheidungen. Und ich finde, sie hat einen Geruch.

Susan Barth | bento

Bild: imago images / Hollandse Hoogte

Der gründet sich auf feuchter Farbe, Lack und Kleister. Angebratenen Zwiebeln und kaltem Zigarettenrauch gemischt mit Chanel Nr. 5. Flieder, Holz und Kolophonium auf Pferdehaar, das auf einen Geigenbogen gespannt ist. Neuen Buchseiten und dem abgegriffenen Papier aus der Bücherei.

Heute ist der Geruch, in dem ich mich bewege, ein anderer. Er ist städtischer geworden und ich habe ihn mit der Zeit angenommen. Viel Stadt, das heißt auch viele Abgase, Klamottenläden mit Blumenduft, warme Büroräume, Kaffee, Lavendelöl. Das heißt auch: die gut riechenden Wohnungen meiner Freundinnen und Freunde, der saure Geruch in U-Bahnstationen und der Geruch in meinem Viertel nach Falafel, der sich mit dem von Curry und Kakao vermischt. 

Geruch ist Status

Wer wir sind oder sein wollen, zeigen wir durch unseren Kleidungsstil, unsere Frisur oder unsere Wohnungseinrichtung, durch unseren Musikgeschmack, den Instafeed und unsere Sprache. 

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