Corona-Panik nur für Ungläubige?


Nach der Kirche soll es beim Abendmahl keine Ansteckungsgefahr geben, Regierung erlässt scharfe Eindämmungsmaßnahmen

Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Bild: Wassilis Aswestopoulos

Im medialen Windschatten des Flüchtlingsdramas an der griechischen Ostgrenze gibt es, wie in der übrigen Welt, Aufregung um das Corona-Virus. Noch am Samstag berichtete der Sender Skai von einer Blitzumfrage, der gemäß 83 Prozent der Griechen Angst vor einer Flüchtlingskrise hätten, aber nur 42 Prozent sich wegen des Corona-Virus sorgen würden. Am Sonntagabend waren 73 Fälle bekannt.

Nach den ersten bekannten Fällen, die alle Reisende aus Italien betrafen, wurde gleich eine komplette Reisegruppe rund um einen Priester positiv getestet. Die Gruppe war von einer Pilgerfahrt nach Bethlehem zurückgekehrt und konnte weitere Personen anstecken, weil trotz Fieber und schwerer Lungenentzündung bei einer Mehrzahl der Pilger die Ärzte keine Tests auf CoVid-19 durchführten. Die entsprechende Anweisung kam vom staatlichen Gesundheitsdienst.

Erst als einer der Pilger vom Krankenhaus in Amaliada, wo er zusammen mit weiteren Patienten in einem Zimmer lag, zum Krankenhaus von Rio bei Patras verlegt wurde und sich im normalen Krankenzimmer seine Situation immer weiter verschlechterte, bestand einer der Ärzte auf den Test. Dieser fiel positiv aus, so dass das für CoVid-19-Fälle der Region um Patras vorgesehene und ausgerüstete Krankenhaus von Rio selbst unter Quarantäne gestellt wurde. Die übrigen Pilger wurden ausfindig gemacht und wie der Priester der Gruppe sogar von Fernsehteams interviewt.

Der plötzliche Anstieg der Infektionen schreckte die Regierung auf. Ab Montag sind für einen Monat die sozialen Seniorentreffpunkte im gesamten Land für einen Monat geschlossen. Versammlungen und Kongresse müssen ebenfalls, zumindest für den nächsten Monat abgesagt werden. Für Schulausflüge gilt ein Verbot von zwei Wochen. Ebenfalls für zwei Wochen müssen sämtliche Sportveranstaltungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. In allen Regionen mit Infektionen und ernsten Verdachtsfällen sind die Schulen geschlossen. Die jeweiligen Maßnahmen werden kurz vor ihrem Ablauf neu bewertet und gegebenenfalls verlängert oder ausgeweitet. Wegen eines Mangels der Kapazität an Krankenhausbetten, gibt es Vorschriften für die Behandlung der Patienten zu Hause bei gering ausgeprägten Symptomen.

weiterlesen