Coronavirus: Einschätzung der Gefährlichkeit nach politischer Orientierung


Mit der Coronavirus-Epidemie scheinen Rechte und Rechtsnationalisten ein Mittel gefunden zu haben, ihrer Forderung nach Schließung und strenger Kontrolle der Grenzen Nachdruck zu verleihen. Bislang galt es Migranten und Ausländer abzuwehren, indem man wie Donald Trump Mauern baut und Einreiseverbote verhängt oder wie Großbritannien mit dem Brexit die Grenzen wieder unter eigene Kontrolle kriegt.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Jetzt reist das Virus – die Gefahren der Rechten sind stets importiert – aus dem Ausland ein, was sich auch noch mit der Abwehr von Migranten verbinden lässt. So argumentiert ein AfD-Politiker gegen die Aufnahme von Kindern von den griechischen Inseln, weil das angeblich je 6000 Euro monatlich kosten würde und es „einen Zusammenhang zwischen der Schulpflicht der Kinder und dem Corona-Problem, das wir uns mit ihnen einhandeln können“, gebe.

Der Grenzschließungsaktionismus lässt sich am besten wohl bei Donald Trump feststellen, der seit Amtsantritt mit dem Schließen der Grenzen für Menschen und Waren aus dem Ausland beschäftigt ist. Jetzt hat er angekündigt, die südliche Grenze wegen der Coronavirus-Epidemie noch stärker abzudichten, obgleich bislang kein Fall einer Infektion von aus Mexiko kommenden Menschen bekannt geworden ist. Die Virusepidemie dient dann dazu, den schon immer angestrebten Mauerbau vollenden zu können, da, wie gesagt, das Böse nur von außen kommt.

Trump hat bekanntlich nicht nur über die Coronavirus-Epidemie Mist erzählt, aber seine Verachtung der ihm nicht gefälligen Wissenschaft gegenüber, dokumentiert auch durch den Abbau von Stellen, kam doch hier noch einmal auf besonders drastische Weise hervor. Ignoranz verbindet sich, wie oft bei den Rechten, mit Überheblichkeit, doch alles besser zu wissen. Trump machte mit einer Schirmmützte mit dem Spruch „Make America Great Again“ am Freitag die Öffentlichkeit im Beisein von Experten bei einem Besuch der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) darauf aufmerksam, dass er als Mediziner brilliert hätte, wenn er nicht zufällig Politiker geworden wäre: „I like this stuff. I really get it.“.

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