Der wohl perfekteste Kriminelle im Priesterkragen


Die Legionäre Christi galten einst als erfolgreichste Ordensgründung des 20. Jahrhunderts. Heute tragen die Mitglieder schwer an der Last, die ihnen ihr Gründer hinterlassen hat. Marcial Maciel wurde heute vor 100 Jahren geboren.

 Ludwig Ring-Eifel | katholisch.de

Marcial Maciel Degollado hatte die Gabe, fast alle, die mit ihm in Berührung kamen, zu faszinieren und zu missbrauchen. Die einen missbrauchte er sexuell. Die anderen, indem er von ihnen Geld als Spende annahm oder ihnen Geld als Spende gab. Damit wob er in der Kirche ein Netzwerk von Korrumpierten, die ihn vor Entlarvung schützten. Er lebte ein konsequentes Doppelleben. Der von ihm gegründete Priesterorden der Legionäre Christi trägt bis heute schwer an dieser Last.

Um ihn annähernd zu begreifen, muss man Maciels Jugend ansehen. Er wuchs auf nach dem blutigen Jahrzehnt der mexikanischen Revolutionen, in der Milizen einander bekämpften und mehr Präsidenten durch Putsch oder Mord als durch Wahlen aus dem Amt schieden. Das erste politische Ereignis, von dem der junge Marcial hörte, war der niedergeschlagene „Cristeros“-Aufstand der katholischen Bauernmilizen von 1926 bis 1929.

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