Erde und Mond sind doch keine „Zwillinge“


Gängiger Theorie nach ist der Mond das Resultat einer katastrophalen Kollision der frühen Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten. Doch dieses Szenario scheint bisher nicht zu Befunden zu passen, denen zufolge Mond und Erde geochemisch nahezu identisch sind – vom Protoplaneten fehlt fast jede Spur. Jetzt könnten Forscher zumindest einen Teil dieses Rätsels gelöst haben. Denn ihre Neuanalyse von Apollo-Mondproben aus unterschiedlichem Terrain zeigt auffallende Unterschiede bei den Sauerstoffisotopen. Demnach haben alte lunare Krustengesteine und einige Basalte zwar tatsächlich erdähnliche Anteile, dies gilt aber für Gesteine aus tieferen Mondschichten nicht. Das wirft ein neues Licht auf die Kollision und den Verbleib des Protoplaneten.

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Der Mond entstand bei der Kollision der jungen Erde mit einem Protoplaneten. (Bild: johan63/ iStock)

Unser Mond verdankt seine Existenz einer kosmischen Katastrophe: Vor rund 4,5 Milliarden Jahren kollidierte die Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten. Bei diesem Treffer wurde der Impaktor „Theia“ komplett zerstört, seine Trümmer sammelten sich zusammen mit kleineren Anteilen von irdischem Krusten- und Mantelgestein in einer Umlaufbahn um die Erde. Aus diesen bildete sich dann der Mond, der damit zu rund drei Vierteln aus Gesteinsmaterial des einstigen Protoplaneten bestehen müsste. So weit das gängige Szenario. Doch es gibt einen Haken: Mond und Erde sind sich zu ähnlich. Wäre der Mond tatsächlich aus den Trümmern eines Protoplaneten entstanden, müssten sich die Isotopensignaturen der Gesteine von Erde und Mond unterscheiden. Denn jeder Himmelskörper im Sonnensystem hat seine eigene, typische Isotopensignatur, selbst Asteroiden.

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