Stern pulsiert nur mit einer Hälfte


Astronomen kennen viele Sterne, die in regelmäßigem Rhythmus ihre Helligkeit verändern. Doch nun haben Forscher ein sehr ungewöhnliches Exemplar dieser veränderlichen Sterne entdeckt: Der Stern HD74423 pulsiert nur zur Hälfte. Während eine Hemisphäre ruhig bleibt, wird die andere abwechselnd heller und dunkler. Ursache dafür ist ein naher Begleiter – ein Roter Zwerg, dessen Anziehungskraft den Stern nicht nur eiförmig verformt, sondern auch die halbseitigen Helligkeitsveränderungen hervorruft. Wie die Astronomen berichten, ist HD74423 damit der erste bekannte Vertreter einer ganz neuen Klasse von veränderlichen Sternen.

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Der Stern HD74423 ist verformt und zeigt nur auf einer Seite Helligkeitsschwankungen. (Bild: Gabriel Pérez Díaz / IAC)

Unsere Sonne leuchtet – von kurzfristigen Strahlenausbrüchen abgesehen – mit relativ konstanter Helligkeit. Doch es gibt Sterne, die aufgrund äußerer Einflüsse oder innerer Prozesse ihre Helligkeit mehr oder weniger regelmäßig verändern. Ursache dafür können unter anderem Gezeitenkräfte durch einen nahen Begleiter sein, der den Stern je nach Position im Orbit verformt und quasi „durchknetet“ und so dessen Helligkeit verändert. Aber auch innere Prozesse wie regelmäßige Oszillationen des Radius oder der Temperatur können solche Leuchtkraftveränderungen bewirken. Doch eines hatten alle bisher bekannten veränderlichen Sterne gemeinsam: Die Schwankungen ihrer Leuchtkraft umfassen stets den gesamten Stern und sind von allen Seiten sichtbar.

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