Gegner von Abtreibungen in Passau mit Verbindungen in rechte Szene


Gegner von Abtreibungen demonstrieren vor Praxen und Beratungsstellen gegen Schwangerschaftsbbrüche. In Passau haben sie Verbindungen in die rechte Szene.

Patrick Guyton | Frankfurter Rundschau

In Frankfurt hält die christlich-fundamentalistische Initiative „40 Tage für das Leben“ seit 2017 „Mahnwachen“ vor der Pro-Familia-Beratungsstelle ab. ©christoph boeckheler*
  • Gegner von Abtreibungen demonstrieren vor Praxen gegen Schwangerschaftsabbrüche
  • In Passau haben sie Verbindungen in die rechte Szene
  • Einer der Aktivisten kandidiert bei den anstehenden Kommunalwahlen für die AfD

Die beiden Frauen gehen vor der Praxis von Friedrich Stapf in München-Freiham hin und her. Sie tragen Plakate, auf denen steht „Entscheide dich für das Leben“ oder „Jedes Leben ist wertvoll“. Um die 30 Jahre sind sie alt, heißen mit Vornamen Steffi und Zorica und wollen sich nicht fotografieren lassen. Sie sagen: „Wir beten. Der liebe Gott wird die Abtreibungsklinik schließen.“ Dann halten sie Rosenkränze in die Luft und murmeln religiöse Sprüche. Friedrich Stapf ist ein in Bayern bekannter Gynäkologe, der Schwangerschaften abbricht.

Gegner von Abtreibungen: „Lebensschützer“ demonstrieren vor Praxen und Beratungsstellen gegen Schwangerschaftsabbrüche

Von morgens bis abends stehen durchgehend meist zwei Leute da. „40 Tage für das Leben“ heißt die Aktion der radikalen Abtreibungsgegner, sie dauert von Aschermittwoch bis Karfreitag. Frauen, die einen Abbruch vornehmen lassen, müssen an ihnen vorbeilaufen, müssen die Vorwürfe per Plakat und Gebet ertragen. In München gehen die „Mahnwachen“ wesentlich von der erzkonservativen kroatischen Kirchengemeinde aus. Stapf hat extra 15 Tiefgaragenparkplätze angemietet, damit die Frauen von dort aus direkt seine Praxis erreichen.

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