W00t: Gebet und Weihwasser schützen nicht vor dem Coronavirus


Sind Priester, die sich den Ratschlägen von Gesundheitsbehörden widersetzen, wirklich Helden? Nein, kommentiert katholisch.de-Redakteur Felix Neumann. Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus dürften nicht gegen Frömmigkeitsformen ausgespielt werden.

Felix Neumann | katholisch.de

„Wer im selben Becken wie ein Corona-Patient badet, ist vor Ansteckung sicher, weil Lourdes kein Orte der Sünde, sondern des Glaubens ist“, heißt es in einer Petition an den Rektor der französischen Wallfahrtsstätte, die unter anderem von Erzbischof Carlo Maria Viganò unterstützt wird. Lourdes solle die ohnehin noch laxen Sicherheitsmaßnahmen außer Kraft setzen und die Becken wieder öffnen, in denen Gläubige im Quellwasser aus der Mariengrotte baden. Solcher Aberglaube ist zum Glück nicht die Regel im kirchlichen Umgang mit der Corona-Krise.

Die meisten Verantwortlichen reagieren umsichtig, geben Sicherheitsmaßnahmen für Gottesdienste aus, verschieben Veranstaltungen und größere Gottesdienste. In Krisengebieten werden Gottesdienste ganz ausgesetzt. Die einschlägigen sich katholisch gebenden Portale sind voll von skandalisierender Berichterstattung über umsichtiges Handeln von dort missliebigen Bischöfen, die sich von Gesundheitsbehörden beraten lassen. Priester, die sich widersetzen und an der Mundkommunion festhalten, werden gefeiert.

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