Wie der Fasching die Pandemie in Deutschland beschleunigte


Bis zum Karneval in Nordrhein-Westfalen war das Coronavirus in Deutschland unter Kontrolle. Danach breitete es sich rasant aus. Eine grafische Rekonstruktion der frühen Covid-19-Erkrankungen.

Ruth Fulterer, Joana Kelén, Barnaby Skinner | Neue Zürcher Zeitung

Die Stunde null der deutschen Corona-Epidemie war eine Karnevalssitzung am 15. Februar in dem Örtchen Gangelt an der Grenze zu den Niederlanden. Gut 400 Personen sassen zusammen, tranken und feierten – und ahnten nicht, dass sich das Virus unter ihnen ausbreitete. Zwei Wochen später sind Tausende in Quarantäne, Hunderte sind an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt, und bis Mittwochmittag sind drei daran gestorben.

Dabei hatte es lange so ausgesehen, als hätte Deutschland die Ausbreitung des neuen Virus unter Kontrolle: Der erste Covid-19-Patient in Deutschland wurde bereits am 27. Januar positiv getestet. Es handelt sich um einen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto am Münchner Sitz der weltweit tätigen Firma. Er steckte sich bei einer Chinesin an, die das Unternehmen in der Vorwoche besucht hatte. In den darauffolgenden Tagen erkrankten 13 weitere Personen – Mitarbeiter der Firma und Menschen aus deren persönlichem Umfeld. Durch Quarantänen und frühe Tests blieb die Zahl der Ansteckungen tief.

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