Der Aufstieg des radikalen „Flügels“


Der Verfassungsschutz schätzt, dass ein Fünftel der AfD-Mitglieder dem „Flügel“ angehört. Zwar können Höcke, Kalbitz und ihre Anhänger noch nicht alles bestimmen. Doch die Partei ist längst von der autoritären Strömung abhängig.

Markus Wehner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke mit Parteifreunden und Mitgliedern der Pegida-Organisation bei einer Demonstration in Chemnitz 2018. Bild: Jana Mai

Noch am Wochenende ließ sich Björn Höcke von seinen Anhängern beim Treffen des „Flügels“ in Schnellroda bejubeln. Es wurden Fahnen geschwenkt, die Anhänger skandierten immer wieder seinen Nachnamen. Es gebe Positionen, „die für uns nicht verhandelbar sind“, sagte Höcke, und die Fans riefen die letzten Worte im Takt mit. Zum nicht Verhandelbaren gehöre die Meinungsfreiheit, die werde die AfD sich „zurückholen“. Und sie werde, auch wenn es noch Jahre dauere, „die Herrschaft der politischen Korrektheit“ in diesem Land brechen. Er sei überzeugt, dass der „Flügel“, seine Strömung, „die Zukunft dieser Partei“ sein werde.

An diesem Donnerstag hat das Bundesamt für Verfassungsschutz diesem Plan Höckes eine Kampfansage entgegengestellt. Denn der „Flügel“ wird nun als „extremistische Bestrebung“ eingestuft und kann mit dem vollen Arsenal nachrichtendienstlicher Mittel beobachtet werden.

Höcke führt, Kalbitz zieht die Fäden

Auf 7000 Personen schätzt der Verfassungsschutz den „Flügel“, das entspräche einem Fünftel aller AfD-Mitglieder. In der Partei ist oft sogar von einem Drittel die Rede.

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