Die Kirche kann sich Angst vor Veränderungen nicht mehr erlauben


Vor sieben Jahren wurde Papst Franzikus gewählt. Vom „Wind des Wandels“ sei heute aber nichts mehr übrig, kommentiert Ricarda Menne. Dass die Kirche heute beschmutzt ist, habe sie sich deshalb selbst zuzuschreiben.

Ricarda Menne | katholisch.de

Als heute vor sieben Jahren ein älterer Herr in Weiß auf die Loggia des Petersdoms trat und die Menschen mit einem einfachen „Buona sera“ begrüßte, passte das so gar nicht zu einem „eminentissimum ac reverendissimum dominum“. Dass „der Neue“ die Menschen bat, „Betet für mich“, ehe er den Segen Urbi et Orbi spendete, ließ aufhorchen.

Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass da auf einmal ein „Wind des Wandels“ durch die Kolonnaden des Petersplatzes weht; dass Bischöfe und Theologen furchtlos und in aller Öffentlichkeit innerkirchliche Missstände und Desiderata benennen, über die allzu lange nur „unter dem Radar“ gesprochen wurde. Dass Rom dazu ermutigt, sich die Ärmel hochzukrempeln.

Und dann in „Evangelii gaudium“ ein neues Kirchenbild – nicht mehr „ein Haus voll Glorie“, das „weit über alle Land“ schaut, sondern: „Mir ist eine verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.“

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