Die Religionen und das Virus


Das Corona-Virus zieht durch die Welt – und zwingt auch die Religionen zum Handeln. Experten warnen vor einem Missbrauch der Krise für Verschwörungstheorien.

Christoph Strack | DW

Ein seltenes Bild: Die Große Moschee in Mekka fast menschenleer.

Der Papst in Rom wirkt wie ein hinter den Mauern des Vatikan abgeschotteter Mann und feiert frühmorgens die offiziell einzige Messe ganz Italiens. Bischöfe und Kirchenleitungen unterschiedlicher Nationalität und Bekenntnisse sagen Konferenzen ab. Reihenweise bleiben in den USA Synagogen geschlossen. Das jüdische Purim-Fest vor wenigen Tagen, eigentlich ein farbenfrohes Spektakel wie Karneval, lief auf Sparflamme oder gar nicht. Einschränkungen gibt es auch für das ähnlich bunte Holi-Fest der Hindus in Indien.

Auf islamischer Seite erklärt der Zentralrat der Muslime, dass es islamisch „statthaft“ sei, wenn eine örtliche „Moschee wegen der gesundheitlichen Vorsorge oder aufgrund eines Verdachtsfalles das Freitagsgebet und andere Gebete aussetzt“. Der Münsteraner Islamwissenschaftler und Religionspädagoge Mouhanad Khorchide hebt die Schließung der Großen Moschee in Mekka hervor. „Das war die stärkste denkbare Maßnahme und zeigte, wie groß die Verantwortung, wie ernst die Lage ist“, so Khorchide im Gespräch mit der Deutschen Welle. Klar ist: in Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempeln ändern sich gerade Rituale und Gewohnheiten.

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