Schon Babys verstehen Grammatik


Ohne Grammatik geht es nicht: Wenn wir sprechen, reihen wir die Worte nicht einfach willkürlich aneinander. Stattdessen folgt jede Sprache ganz bestimmten systematischen Regeln. Einige dieser grammatikalischen Grundsätze beherrschen offenbar schon Babys. Wie Experimente nahelegen, können bereits acht Monate alte Kinder zwischen sogenannten Funktionsworten und Inhaltsworten unterscheiden. Sie scheinen intuitiv zu wissen, dass beispielsweise einzelne Artikel und Konjunktionen häufiger auftauchen als Inhaltsworte – und in welcher Reihenfolge die beiden Wortkategorien in ihrer Muttersprache genutzt werden.

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Babys haben schon erstaunlich früh ein Gespür für Grammatik. (Bild: FatCamera/ istock)

Die Geschwindigkeit, mit der Kinder Sprachen lernen, verblüfft Eltern und Sprachforscher immer wieder. In Windeseile speichern sie neue Worte und erkennen grammatische Regeln, durch die diese im Satz miteinander verbunden sind. Eine grundlegende Fähigkeit ist dabei die Unterscheidung von sogenannten Funktionsworten und Inhaltsworten. Anders als Nomen, Verben und Adjektive haben Funktionsworte keine lexikalische, sondern lediglich eine grammatikalische Bedeutung – dazu gehören beispielsweise Artikel oder Konjunktionen. Erstaunlicherweise können schon Babys Funktions- von Inhaltsworten unterscheiden, wie Studien nahelegen. Dabei wissen sie offenbar auch, an welcher Position im Satz sich diese Worte normalerweise befinden. So stehen Funktionsworte etwa im Deutschen, Englischen und Französischen in der Regel vor Inhaltsworten.

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